Auto verleihen kann sehr teuer werden

Februar 2015 – Wer sein Auto verleiht, muss dies unter Umständen teuer bezahlen. Gefälligkeiten rund ums Autofahren sind nicht unproblematisch. Vor allem wenn es kracht. In den meisten Versicherungsverträgen ist der Kreis der Fahrer beschränkt und das Verleihen des Autos somit nicht vorgesehen.   Mehr Nutzer und vor allem junge Fahrer kosten eine höhere Versicherungsprämie.

Wer gegen  Tarifbestimmungen verstößt und jemanden fahren lässt, der nicht im Fahrerkreis genannt ist, muss nach einem Unfall damit rechnen, dass der Versicherer den Beitrag für das höhere Risiko nacherhebt. Zudem droht dem Autobesitzer eine eine Strafe, so eine unverbindliche Empfehlung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).   Hohe Bußgelder drohen Bei den meisten Versicherern fällt das Bußgeld wegen „unzutreffender Angaben“ saftig aus. So verlangen beispielsweise Allianz, Cosmos, HDI, Nürnberger oder R+V die doppelte Jahresprämie. Noch härter geht die WGV vor, wenn der Kunde gleich mehrere falsche Angaben gemacht hat. Dann wird die doppelte Jahresprämie auf den bisherigen Beitrag oben drauf gepackt. als Strafe erhoben.  In Notfällen gilt das aber nicht. „Wem auf der Autobahn schlecht wird, der muss seinen Beifahrer ungestraft die Strecke nach Hause fahren lassen dürfen“, sagt Gesine Reisert, Fachanwältin für Verkehrsrecht aus Berlin.

Wer ein Fahrzeug ohne Vollkaskoschutz leiht, muss den vollen Schaden am Fahrzeug zahlen, wenn er einen selbstverschuldeten Unfall verursacht. Seine Privathaftpflichtversicherung springt hier nicht ein!

Ist das Auto vollkaskoversichert, verliert der Autobesitzer bei einem rundum geschützten Fahrzeug sowohl in der Autohaftpflichtversicherung als auch in der Vollkaskoversicherung einen Teil seines Rabattes. In der Praxis zerbricht eine Freundschaft oder Bekanntschaft schnell am Geld.

Wer nun den Fahrerkreis bei seiner Versicherung erweitert hat, sollte vor dem Verleihen prüfen, ob der Fahrer einen Führerschein besitzt. Wer das nicht macht, muss sich grob fahrlässiges Verhalten anrechnen lassen, wenn der Fahrer ohne Führerschein einen Unfall verursacht. Die Folgen eines Unfalls ohne Führerschein sind dramatisch – für Entleiher wie Verleiher. So zahlt zwar die Haftpflichtversicherung den Schaden gegenüber dem Dritten in vollem Umfang. Sie kann sich aber bis zu 5.000 Euro vom Autobesitzer oder vom Fahrer zurückholen. Auch den Schaden am Wagen, erhält der Autobesitzer wahrscheinlich nicht voll ersetzt. Nach neuem Recht kommt es auf die Schwere des Verschuldens an. Noch dramatischer sind die Folgen natürlich für den Entleiher. Die Versicherung kann sich den restlichen Schaden am Unfallwagen in vollem Umfang wiederholen, denn der Fahrer hat eine bewusste Pflichtverletzung begangen. Zudem erhält er eine Geldstrafe und ein Fahrverbot.

Also: Den Fahrerkreis immer korrekt angeben und falls notwendig, erweitern lassen. Lieber einen Mehrbeitrag kalkulieren, als unkalkulierbare Risiken eingehen.

Ralph AudörschAuto verleihen kann sehr teuer werden