Der Baupreisindex für Wohngebäude im Jahr 2016

bauherrenWie viel teurer wäre ein Neubau heute verglichen mit dem Jahr 1914?
Eine uninteressante Frage? Nicht für Hausbesitzer!

Denn denen läuft der Begriff „Versicherungssumme 1914“ häufig im Versicherungsschein für die Wohngebäudeversicherung über den Weg. Ausgehend von diesem Basiswert werden bei vielen Versicherungen sowohl der Wert des Hauses als auch die zu zahlende Prämie festgelegt.  Das Jahr 1914 war das letzte, in dem die Baupreise stabil und somit aussagekräftig waren. Mit Hilfe dieses fiktiven Gebäudeversicherungswertes 1914 hat man eine einheitlich Basis zur Berechnung des Gebäudeneuwertes und damit auch des Beitrages geschaffen.

Der Baupreisindex ist dann die zweite Komponente. Dieser Index beantwortet die Eingangsfrage. Ab dem 1. Januar 2016 gelten neue Werte für den Baupreisindex, der vom statistischen Bundesamt errechnet wird.
In diesem Zusammenhang stehen auch die Begriffe „gleitender Neuwertfaktor“ und der „Anpassungsfaktor.“

Baupreisindex: Der Baupreisindex wird zur Ermittlung der Versicherungssumme 1914 für alle Neubauten genutzt. Für das Jahr 2016 beträgt dieser für Neubauten 1.330,7  (2015:1.310,3). Für ein Haus, dass 2016 für 300.000 Euro fertig gestellt wird, ergibt sich die Versicherungssume so: 300.000/1.330,7*100 = 22544 Mark Versicherungssumme 1914. (So viel Goldmark hätte es also damals gekostet). Für bestehende Gebäude, die also keine Neubauten mehr sind, wird der mittlere Baupreisindex heran gezogen. Eine Tabelle für die einzelnen Jahre: Baupreisindex bis 2013. Aktuell (2014) beträgt er 1312,4.

Gleitender Neuwertfaktor : Auch dieser Begriff taucht regelmäßig in den Versicherungspolicen auf. Der gleitende Neuwertfaktor für alle Wohngebäude nach den Versicherungsbedingungen (VGB) 88 lautet neu: 17,2. Dieser Faktor passt automatisch jedes Jahr die aktuelle Versicherungssumme (bzw. den Neubauwert) an. Auf diese Weise wird eine durch Baukostenentwickung entstehende Unterversicherung des Immobilienbesitzes vermieden.

Anpassungsfaktor: Der Anpassungsfaktor hat bei neueren Bedingungen für Wohngebäude nach VGB 2002 und später häufig den gleitenden Neuwertfaktor ersetzt. Er beträgt 17,03. (2015: 16,74). Dieser wird mit der Versicherungssumme 1914 und dem Beitragssatz (in Promille ausgedrückt) multipliziert und ergibt damit die zu zahlende Prämie. Der Beitragssatz wird von der Versicherung festgelegt und unterscheidet sich nach der Anzahl der versicherten Risiken. Diese können sein: Feuer, Sturm/Hagel, Leitungswasser, Elementar.

Der „Wert des Gebäudes“ der für die Versicherung ermittelt wird, hat nicht direkt etwas mit dem tatsächlichen Wert, schon gar nicht mit einem Verkaufswert etwas zu tun. Diese können deutlich davon abweichen. Zum Beispiel hängt der Verkaufswert von der Lage des Gebäudes ab, was für die Versicherung aber nicht relevant ist, denn ihr geht es nur darum, wieviel Geld es kosten würde, das Gebäude an Ort und Stelle wieder zu errichten, wenn es zum Beispiel niedergebrannt wäre.

 

Ralph AudörschDer Baupreisindex für Wohngebäude im Jahr 2016