Map-Report: AachenMünchener wackelt

Die Lage an den Finanzmärkten ist für die Lebensversicherer ungemütlich. Einige Unternehmen könnten ins Wanken geraten. Die geringen Zinsen machen es schwer, die in der Vergangenheit gemachten Zusagen in Form von Garantiezinsen einzuhalten. Die Versicherungen müssen Reserven bilden, um ihr Versprechen nicht zu brechen. Dadurch verringern sich die Gewinne. Das zehrt an ihrer Substanz und kann sie bilanziell instabil machen.

quoteDenn: Sie haben so weniger Geld, das sie für ihre Eigenmittel zurückstellen können, die Solvabilitätsquote, eine wichtige Kennziffer für die Finanzkraft eines Versicherers, schrumpft. Die Solvabilitätsquote gibt das Verhältnis zwischen den Eigenmitteln und dem nach Anlagerisiko gewichteten Wert der Kapitalanlagen eines Versicherers an.
Je höher die Quote, desto mehr Risiken darf der Versicherer gemäß den europäischen Anlagevorschriften eingehen. Sinkt diese unter 100 Prozent, schlägt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Alarm. Einige Anbieter sind von dieser Schwelle nicht mehr weit entfernt. Das offenbart eine aktuelle Auswertung des Branchendienstes Map-Report für das vergangene Jahr.

So ist die zum Generali-Konzern gehörende Aachener Münchner am wackligsten: Mit 108,8 Prozent ist sie sehr nah an der aufsichtsrechtlichen Alarmstufe. 2015 war diese gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent geschrumpft. Und auch die Solvabilitätsquote der italienischen Mutter Generali ist mit 135,3 Prozent vergleichsweise gering. Hinter der AachenMünchener stehen mit der Vereinigten Post Versicherung (VPV) und der CosmosDirekt weitere Unternehmen nicht weit weg von der „100“. Der Branchendurchschnitt liegt bei 162. Dieser Durchschnitt ist in den vergangenen Jahren erkennbar zurück gegangen.

Im letzten Jahr hat nicht nur die AachenMünchener deutlich stärker als der Schnitt gelitten. Noch stärker hat es die Condor getroffen, deren Quote um rund 20% nach unten ging. Einige Versicherer konnten dagegen ihre Quote sogar verbessern. Die etwas mehr als ein Dutzend unter dem Aspekt der Solvabiliätsquote stärksten Versicherer haben Werte über 200%.

Fazit: Kunden können den Zusagen von Lebensversicherern trauen, doch noch mehr als als vor einigen Jahren ist der Blick auf die Finanzkraft bei der Wahl des Anbieters ein wichtiges Kriterium. Daher ist dies bei meinen Beratungen zur Altersvorsorge und bei Berufsunfähigkeitsversicherungen stets ein Aspekt bei der Auswahl der Angebote.

Ralph AudörschMap-Report: AachenMünchener wackelt