Neue Richtlinie sorgt für mehr Verbraucherschutz beim Kauf von Versicherungen

Das Europäische Parlament hat im November 2015 die im Juli 2015 in den sog. Trilog-Verhandlungen beschlossene Versicherungsvermittler-Richtlinie (IDD, Insurance Distribution Directive) gebilligt. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Europäischen Rates, sodass die Richtlinie voraussichtlich Anfang 2016 veröffentlicht werden und ab Ende 2017 europaweit greifen kann.

Mit der neuen Richtlinie sollen einerseits die Wettbewerbsbedingungen und -chancen für alle Vermittler (egal ob unabhängig oder gebunden) gefördert und andererseits Versicherungsangebote für Verbraucher transparenter und vergleichbarer werden. Dies soll u.a. dadurch erreicht werden, dass sich der Vermittler bei Beratungen voll auf den Versicherungskunden und dessen Bedürfnisse konzentrieren soll und nicht mehr – wie in dem ein oder anderen früheren Fall – Provisionszahlungen bzw. Abschlussprämien eine Rolle spielen. Im Sinne des Verbraucherschutzes müssen ferner alle Kosten und Gebühren, die mit dem Versicherungsprodukt zusammenhängen, gegenüber dem Kunden offengelegt werden.

IDD gilt für alle Vertriebsarten

Von der neuen IDD sind alle Arten des Vertriebs von Versicherungsprodukten betroffen. Zielte die frühere Richtlinie allein auf die Versicherungsvermittlung ab, so werden nun z.B. auch Reisebüros und Autovermietungsfirmen – also Marktteilnehmer, die Versicherungsprodukte als Ergänzung zum Hauptgeschäft anbieten – erfasst. Folglich darf künftig beim Autokauf keine Kfz-Versicherung automatisch mit verkauft werden.

Nach Veröffentlichung der neuen Versicherungsvermittler-Richtlinie haben die europäischen Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Mit dem europaweiten Inkraftreten der IDD wird ab Ende 2017 gerechnet. In fünf Jahren nach Inkrafttreten soll die IDD auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden.

Ralph AudörschNeue Richtlinie sorgt für mehr Verbraucherschutz beim Kauf von Versicherungen