ERGO Verbraucherinformation

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Vielen Bauherren ist nicht bewusst, welche Risiken und Gefahren während der Bauzeit vorhanden sind und wie man sich dagegen absichern kann.
Oftmals wird die irrige Meinung vertreten, dass die ausführenden Firmen für alle am Bau auftretenden Schäden zu haften hätten. Weit gefehlt!
Nach den „VOB“ (Verdingungsordnung für Bauleistung), die fast ohne Ausnahme allen Bauverträgen zugrunde liegen, haften die am Bau tätigen Handwerker nicht für höhere Gewalt oder unabwendbare Ereignisse. Schadenfälle dieser Art werden als „Bauherren-Risiko“ zusammengefasst und sind allein vom Bauherrn selbst zu tragen!

Dies bedeutet für den Bauherrn, dass beispielsweise Schäden durch ungewöhnliche Witterungsereignisse oder Handlungen Dritter – wie z.B. Vandalismus – voll zu seinen Lasten gehen. Derartige Schäden, ohne den ausreichenden Versicherungsschutz, können mitunter einen Finanzierungsplan über den Haufen werfen.

Daher wurde eine Spezialversicherung für Bauherren geschaffen und zwar die „Bauleistungsversicherung“.

Wie man bei einem neuen Kraftfahrzeug in der Regel eine Vollkaskoversicherung abschließt, um sich vor möglichen finanziellen Verlusten zu schützen, wird der Bauherr für sein neues Gebäude die Bauleistungsversicherung abschließen.
Um eventuelle Schwierigkeiten bei der Abgrenzung im Schadenfall zu vermeiden, ist nicht nur das „Bauherren-Risiko“ abgedeckt, es sind gleichzeitig auch alle am Bau beteiligten Handwerker und Firmen in den Versicherungsschutz einbezogen. Dies ist ein Kriterium, das für den Bauherren von großer Bedeutung sein kann, nämlich dann, wenn ein Unternehmer einen ersatzpflichtigen Schaden zwar zu vertreten hat, ihn aber aus welchen Gründen auch immer, nicht beheben kann (z.B.: Konkurs).
Die am Bau beteiligten Finnen können ausschließlich für Schäden durch das Verschuldensprinzip (Betriebshaftpflichtversicherung) in Anspruch genommen werden.

Typische Fälle:

  • Ungewöhnlich starke Regenfälle überschwemmen die Baugrube
  • Ein Sturm deckt das Dach ab
  • Starker Gewitterschauer beschädigt den Außenputz
  • Hagelschlag zerstört den Wintergarten

Unbekannte

  • zerstören oder beschädigen bereits eingebaute Sachen
  • laufen durch frisch erstellten Estrich
  • bemalen (Graffiti) die Wände
  • stehlen bereits eingebaute Heizkörper oder Armaturen

Ab Einrichtung der Baustelle sollte die Bauleistungsversicherung beginnen. Sie dauert bis zur Bezugsfertigkeit und bietet zu einem Einmalbeitrag den Versicherungsschutz. Ab der Bezugsfertigkeit tritt dann übergangslos der Versicherungsschutz der Gebäudeversicherung in Kraft.

Ralph AudörschBauleistungsversicherung