Dank Patientenverfügung hat der Arzt klare Vorgaben für die Behandlung (Foto: fotolia)

Bereits in gesunden Tagen sollten Sie sich ausführlich mit dem Thema „Patientenverfügung“ auseinander setzen. Es gilt, sich darüber klar zu werden, welche ärztlichen Maßnahmen und Eingriffe gewünscht sind und unter welchen Bedingungen auf ärztliche Maßnahmen verzichtet werden soll. Nur so können Sie dafür vorsorgen, dass Ihre Wünsche auch dann Berücksichtigung finden, wenn Sie selbst sich nicht mehr äußern können.

Eine Patientenverfügung ist für alle Beteiligten (z.B. Betreuer, Bevollmächtigte, Ärzte, Pflegepersonal, Gerichte) verbindlich, soweit sie Ihren Willen für eine konkrete Behandlungssituation klar erkennbar zum Ausdruck bringt.

Vielfältig sind die individuellen Entscheidungen, die in eine Patientenverfügung einfließen können. Deshalb dürfen Sie kein fertiges Formular nutzen. Für Außenstehende muss klar erkennbar sein, dass es Ihre persönliche Formulierung ist.

Es ist sinnvoll, persönliche Wertvorstellungen und religiöse Anschauungen zu schildern.

Zum Beispiel: Ist Ihnen die Qualität des Lebens wichtiger als die Lebensdauer, wenn beides nicht in gleichem Umfang zu haben ist? Was bedeutet Ihnen Glaube oder Spiritualität angesichts von Leid und Sterben? Wenn Sie dieses schriftlich niederlegen, wird es Ihnen selbst klarer und andere erkennen die Ernsthaftigkeit Ihrer Verfügung.

Die Patientenverfügung richtet sich in erster Linie an die Ärztin oder den Arzt und das Behandlungsteam. Sie kann sich zusätzlich an einen Bevollmächtigten richten und Anweisungen zur Durchsetzung der Patientenverfügung enthalten. Wenn Sie jemanden bevollmächtigt haben, Sie in Gesundheitsangelegenheiten zu vertreten, sollten Sie Ihre Patientenverfügung unbedingt mit dieser Person besprechen. Wenn Sie keine Vollmacht erteilt haben, wird das Betreuungsgericht im Bedarfsfall für Sie einen Betreuer bestellen, worauf Sie dann keinen Einfluss mehr haben! Der Betreuer hat sich dann zwar ebenfalls an Ihrer Verfügung zu orientieren, da er sie aber höchstwahrscheinlich nicht persönlich kennt, bleiben eventuell Ungewissheiten.

Eine Patientenverfügung muss schriftlich verfasst und durch Namensunterschrift eigenhändig unterzeichnet werden. Es ist empfehlenswert, eine Patientenverfügung in bestimmten Zeitabständen zu erneuern oder zu bestätigen. So kann man im eigenen Interesse regelmäßig überprüfen, ob die einmal getroffenen Festlegungen noch gelten sollen.

Eine Patientenverfügung sollte so verwahrt werden, dass insbesondere Ihre Ärztinnen und Ärzte, Bevollmächtigte, Betreuerin oder Ihr Betreuer, aber gegebenenfalls auch das Betreuungsgericht, möglichst schnell und unkompliziert Kenntnis von der Existenz und dem Inhalt erlangen können.

Lassen Sie sich vor dem Abfassen Ihrer Patientenverfügung beraten. Als Generationenberater (IHK) koordinierende ich ihr persönliches Notfallkonzept und helfe mit einem Netzwerk der rechtsberatenden Berufe, dass Ihre Patientenverfügung verständlich formuliert ist und durch die Hinterlegung im Notarregister jederzeit einsehbar ist.

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Ralph AudörschPatientenverfügung