Die Wohngebäudeversicherung ist ein schlechtes Geschäft für die Versicherungen, aber dahinter stecken gern gesehene Kunden. In diesem Konflikt überstehen die Anbieter seit Jahren die Verluste, die sich allein in den Jahren 2002 bis 2011 auf über 5 Milliarden Euro angehäuft haben. Die durchschnittliche Schaden- und Kostenquote betrug 103%. 2013 kam es noch dicker: 32% lagen die Kosten über den Einnahmen.

Rohrbrüche bei älteren Gebäuden, häufige Sturm- und Elementarschäden, die flächendeckend auftreten und auf der anderen Seite hohe Rabatte bei Neubauten sorgen für nicht auskömmliche Prämien. Der Wettbewerb ist hart und daher wird mit Beitragserhöhungen vorsichtig umgegangen in der Hoffnung, dass sich der Kunde  auch in anderen Sparten für dieselbe Gesellschaft entscheidet. Zum Beispiel für eine Hausratversicherung, mit denen die Versicherungen Gewinne schreiben.

Kunden haben dagegen andere Probleme, allerdings meistens unbewusst, bis ein Schaden eingetreten ist. Nur die wenigsten kennen sich mit dem Bedingungswerk aus, das ihrer Versicherung zu Grunde liegt und welche Schäden in welcher Form genau versichert sind. Auch die Wertermittlung ist für viele Kunden nicht ganz klar. Zum einen gibt es die Wertermittlung „nach Wert 1914“, die mit einem Neupreisindex multipliziert wird, zum anderen Wohnflächenmodelle, bei denen die Frage auftaucht, was als Wohnfläche zu zählen ist.

Ein weiteres Problem taucht bei der Suche nach einer passenden Gebäudeversicherung auf. Hat man bei einer Ausschließlichkeitsvertretung einer Gesellschaft einen Vertrag abgeschlossen, kann man sich von hier keine besseren Alternativen von anderen Versicherungen erhoffen.

Viele haben ihre Versicherung abgeschlossen, während sie mit dem Hausbau und der Finanzierung genug beschäftigt waren und daher ohne große Prüfung das Angebot annahmen, dass Ihnen vom Versicherungspartner der Hausbank angeboten wurde.

Internetvergleichsrechner führen dagegen auf’s Glatteis. Eine Untersuchung von sieben Portalen  hat völlig unterschiedliche Ergebnisse für dasselbe Haus ergeben. Der Hauptgrund: Damit der Verbraucher die Berechnungen nicht abbricht, werden viele risikorelevante Daten gar nicht abgefragt, wie zum Beispiel Fragen nach Sanierungen oder nach Vorschäden. So kam bei der Untersuchung heraus, dass die sieben Vergleichsportale sechs verschiedene „günstigste Versicherer“ hatten. Auch die Leistungen der angezeigten Angebote unterschieden sich deutlich, ohne aber leicht erkennbar zu sein

Die Lösung ist daher die Beratung durch einen Versicherungsmakler, der als Fachmann die Unterschiede erkennt und den Zugang zu den verschiedenen Angeboten hat. Somit hat man als Kunde mehrere Vorteile: Einen günstigen, aber passenden Schutz und einen Experten auf seiner Seite, der bei einem Schaden nicht die Versicherung repräsentiert, sondern Interessenvertreter des Versicherungsnehmers ist.

Ralph AudörschWohngebäude