Schadenregulierung: Nur nicht so schnell aufgeben!

Zugegeben: Der Versicherungsnehmer hatte sich Zeit gelassen. Bereits vor zwei Jahren hatte er seiner Gebäudeversicherung einen möglichen Rohrbruch im Bad gemeldet. Diese hatte auch geantwortet, dass er eine Leckortung vornehmen lassen solle und er möge einen Kostenvoranschlag einreichen für die voraussichtlichen Kosten.

Doch der Versicherungsnehmer vergaß, sich weiter darum zu kümmern. Zwei Jahre später wandte er sich an mich, denn nun waren Schimmelflecken an der Wand aufgetaucht auf der anderen Wandseite im Flur. Im Rahmen des Maklervertrages mit dem Versicherungsnehmer nahm ich Kontakt mit der Versicherung auf, um die Schadenbearbeitung wieder aufleben zu lassen.  Doch die Versicherung schrieb mir, dass sie nun jegliche Regulierung ablehnen würde. Der Schaden dürfte sich in den letzten zwei Jahren erheblich vergrößert haben und der Versicherungsnehmer habe seine Pflicht verletzt, den Schaden gering zu halten, argumentierte die Sachbearbeiterin.

Doch eine Leckortung war schließlich schon gefordert worden und das Rohr dürfte kaum teurer im Austausch werden, als vor zwei Jahren. Eine Fachfirma nahm die Leckortung vor, fand den Rohrbruch und fertigte den Kostenvoranschlag an. Ein deutlich vierstelliger Betrag! Nach mehreren Telefonaten kam es zum ersten Entgegenkommen seitens der Versicherung. Zwei der vier Posten würden bezahlt: Die Leckortung und der Austausch des Rohres. Die zwei anderen Posten wolle man aber nicht übernehmen: die Trockenlegung und die Fliesenarbeiten. Der Schriftverkehr ging weiter, denn einen Teil der Fliesenarbeiten und eine gewisse Trockenlegung wären auch vor zwei Jahren nötig gewesen. Schließlich einigten sich Versicherung und Versicherungsnehmer darauf, dass von diesen Arbeiten 50% von der Versicherung bezahlt werden. Nach der anfänglichen totalen Ablehnung wurden doch ca. 75% der Gesamtrechnung übernommen und ein Rechtsstreit vermieden.

Ganz ohne „Strafe“ für seine Obliegenheitsverletzung ist der Versicherungsnehmer natürlich nicht geblieben. Dass sich der Schaden in den letzten zwei Jahren durch die Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers deutlich vergrößert hat, steht außer Frage. Das hätte vermieden werden können bei rechtzeitiger Einschaltung der Sanitärfirma. Darum: Einen Schaden immer unverzüglich melden und dafür sorgen, dass weiterer Schaden möglichst gemindert wird.

Ralph AudörschSchadenregulierung: Nur nicht so schnell aufgeben!

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