Sind Mietsachschäden durch die Hauskatze versichert?

Immer wieder werde ich von Kunden gefragt, ob die Privathaftpflichtversicherung auch Schäden deckt, die eine Hauskatze in der gemieteten Wohnung anrichtet.
Die gesetzliche Haftpflicht aus der Beschädigung von Wohnräumen und sonstigen zu privaten Zwecken gemieteten Räumen in Gebäuden und alle sich daraus ergebenden Vermögensschäden ist in aller Regel in einer Haftpflichtversicherung abgedeckt.
Hinzu kommt in vielen Verträgen eine Klausel, welche die gesetzliche Haftpflicht als Halter von zahmen Haustieren mitversichert. Hunde jedoch sind hiervon nicht erfasst, jedoch z.B. Ziervögel, Meerschweinchen und auch Katzen.

Somit kann sich der Besitzer einer Hauskatze mit einer Privathaftpflichtversicherung auf der sicheren Seite wähnen. Jedoch hat die Sache natürlich einen Haken.
Und zwar wenn eine weitere Klausel ins Spiel kommt, die der Versicherer ziehen kann, wenn die Fälle passieren, vor denen ein Mieter vor allem Angst hat.
Die zwei häufigsten Fragen von Katzenbesitzer an mich sind:
Was ist, wenn die Katze mit ihren Krallen den Parkettboden zerkratzt?
Was ist, wenn die Katze in der Wohnung uriniert?

Es ist dann ein Mietsachschaden entstanden durch das zahme Haustier.
Hinzu kommt noch, dass Katzenbesitzer, die eine „Allmählichkeitsklausel“ vereinbart haben, denken, dass sie nun erst recht auf Regulierung durch die Haftpflichtversicherung setzen dürfen.

Allmählichkeitsschäden sind in den Haftpflichtversicherungen, die vor 2008 abgeschlossen und nicht erneuert wurden, nicht versichert. Seit 2008 sind sie in aller Regel mitversichert. Unter Allmählichkeitsschäden fallen Personen-, Sach- und Vermögensschäden, welche durch die allmähliche Einwirkung von Temperatur, von Gasen, Dämpfen oder Feuchtigkeit und von Niederschlägen (Rauch, Ruß, Staub) entstanden sind.
Die genaue Betrachtung zeigt, dass der allmählich zerkratzte Fußboden hier nicht erfasst ist, jedoch der Urin als Feuchtigkeit hinein interpretiert werden könnte.

Weiter oben erwähnte ich jedoch eine weitere existierende Klausel in den Verträgen:

„Ausgeschlossen sind Haftpflichtansprüche wegen Abnutzung, Verschleißes und übermäßiger Beanspruchung.

Genau hierauf kann sich ein Versicherer berufen.

Solche Fälle passieren vor allem bei Auszug aus einer Mietwohnung, wenn der Vermieter bei der Abnahme der Wohnung die Schäden feststellt und die Kaution nicht zurück geben will. Der Mieter kann sich dann also nicht auf seine Haftpfichtversicherung verlassen. Zuletzt wurde das durch das OLG Hamm bestätigt, welches eine Klage einer Versicherungsnehmerin gegen ihre Haftpflichtversicherung abwies. Die Klägerin musste in diesem Fall die Schäden durch ihre vier Katzen selbst bezahlen.

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass pauschal mit einer Ablehnung gerechnet werden muss. Es ist immer der Einzelfall zu betrachten. Wichtig ist: Wenn die Katze etwas kaputt macht in der Wohnung, diesen Schaden sofort zu melden. Wenn Sie zum Beispiel einmalig in einem unbeaufsichtigten Moment etwas zerkratzt, kann dieses durchaus von der Versicherung übernommen werden.

Foto: Evi Seeger (privat)

Ralph AudörschSind Mietsachschäden durch die Hauskatze versichert?

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