Stürmische Damen kosten 1,2 Milliarden €

Juni 2016 – Die schweren Unwetter Ende Mai und Anfang Juni haben versicherte Schäden von rund 1,2 Milliarden Euro verursacht. Davon entfallen rund 1 Milliarde Euro auf versicherte Häuser, Hausrat, Gewerbe- sowie Industriebetriebe und rund 200 Millionen Euro auf die Kfz-Versicherer. Das zeigt eine vorläufige Schätzung der deutschen Versicherer. Sie umfasst Schäden, die durch zahlreiche Unwetter – vor allem die Sturmtiefs „Elvira“ und „Friederike“ – vom 27. Mai bis 9. Juni 2016 verursacht wurden.
Die Unwetter haben viele Orte in Deutschland getroffen, vor allem aber im Süden und Westen. Überschwemmungen nach massiven Regenfällen richteten hier schwere Schäden an, etwa in Braunsbach in Baden-Württemberg, im bayerischen Simbach am InElementarschadenversicherung im Überblickn und im rheinland-pfälzischen Altenahr. Dabei liegen fast alle beschädigten Häuser in Gebieten mit dem geringsten Überschwemmungsrisiko. Die Menschen könnten sich hier also relativ einfach gegen die finanziellen Folgen eines solchen Unwetterereignisses versichern.
Bundesweit schützen sich derzeit nur rund 40 Prozent der Hausbesitzer gegen Elementarschäden, obwohl mehr als 99 Prozent aller Gebäude problemlos gegen Hochwasser oder Starkregen versicherbar sind. Auch die verbleibenden, besonders gefährdeten Häuser können fast alle mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen versichert werden.
Bei uns in Baden-Württemberg sind 95 % der Gebäude gegen Elementarschäden versichert. In den Hausratsversicherungen dagegen ist die Quote deutlich geringer.

Schäden durch Überschwemmung und Hochwasser werden Experten zufolge in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Eine 2011 veröffentlichte Studie von Versicherern und Klimaforschern kommt zu dem Schluss, dass Schäden durch Überschwemmung und Hochwasser zunehmen. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts kann mit einer Verdoppelung – je nach Szenario auch mit einer Verdreifachung – der Schäden gerechnet werden. Hochwasser mit einer Intensität, wie wir es heute im Durchschnitt alle 50 Jahre erleben, können zukünftig alle 25 Jahre eintreten.

Jeder ist also gut beraten, seinen Versicherungsschein zu kontrollieren. Sind Elementarschäden versichert? Gibt es Obliegenheiten, die erfüllt werden müssen? Manche Versicherungen verlangen eine funktionsfähige Rückstauklappe und würden nicht leisten, wenn diese nicht vorhanden oder defekt ist. Wer nicht im oberen Stockwerk eines Mehrfamilienhauses wohnt, versichert auch seinen Hausrat besser gegen die Elementarschäden. Das sollten auch alle die bedenken, die Hausrat in einem Keller lagern.

 

Ralph AudörschStürmische Damen kosten 1,2 Milliarden €