Wie sich der Chef an der Altersvorsorge beteiligen muss

In Zukunft wird es wohl deutlich mehr Rentner mit finanziellen Problemen geben. Die Baby-Boomer steuern auf den Ruhestand zu und werden zwangsläufig für ein niedrigeres Rentenniveau sorgen. Vorsichtig weist inzwischen auch die offizielle Renteninformation der Gesetzlichen Rentenversicherung im Kleingedruckten darauf hin, dass man sich nicht zu sehr auf die Zahlen verlassen sollte, die vom Sozialversicherungsträger im Moment noch genannt werden.

Private Vorsorge hilft und ist notwendig. Dazu hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung, auch wenn man nur Teilzeit arbeitet oder einen 450-Euro-Job hat. Gerade für diese Gruppe – häufig Frauen, die sowieso nur wenig Entgeltpunkte in der Rentenversicherung sammeln – sind die Gestaltungsmöglichkeiten sehr interessant.

Die Beiträge zum Aufbau einer Betriebsrente können vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer allein oder aber auch von beiden gemeinsam aufgebracht werden. Bei der Entgeltumwandlung, die der Arbeitnehmer finanziert, wird mit dem Arbeitgeber vereinbart, Teile des Gehalts in eine Zusage auf spätere Versorgungsleistungen umzuwandeln.

Im Unterschied zur privaten Altersvorsorge zahlt der Arbeitnehmer also seinen Beitrag nicht selbst ein, sondern überlässt dies dem Arbeitgeber. Der zahlt die Beiträge in der Regel direkt aus dem unversteuerten Bruttogehalt in einen Vorsorgevertrag, zum Beispiel mit einer Versicherungsgesellschaft, ein.

Es gibt fünf verschiedene Wege zur Betriebsrente. Neben der Pensionskasse und dem Pensionsfonds ist die Direktversicherung weit verbreitet. Steuerlich werden diese drei Wege gleich behandelt.
Der Arbeitgeber schließt eine Rentenversicherung für seine Arbeitnehmer ab. Die Aufwendungen des Arbeitgebers sind, gleich, ob von ihm selbst oder vom Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung finanziert, voll abzugsfähige Betriebsausgaben. Somit ist die Betriebsrente nicht allein für den Arbeitnehmer interessant, denn sie öffnet dem Arbeitgeber steueroptimierte Gestaltungsmöglichkeiten des Gehaltes.

Mittlerweile haben sich in immer mehr Branchen die Tarifvertragsparteien dazu entschlossen, die Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung zu regeln. So haben die Arbeitnehmer die Option, Teile des tarifvertraglichen Lohns für ihre Altersvorsorge einzusetzen. Oft beteiligt sich der Arbeitgeber dann automatisch mit einer Arbeitgeberbeteiligung zu einem festen Prozentsatz. Dieses Modell ersetzt dann die alten vermögenswirksamen Leistungen des Arbeitgebers und nennt sich „AVWL“, Altervorsorgewirksame Leistung.

Arbeitgeber sollten, sofern noch nicht geschehen, selbst aktiv werden und den Mitarbeitern konkret die Betriebsrente anbieten. Damit sparen sie Lohnnebenkosten und können Mitarbeiter an sich binden. Über eine Betriebsvereinbarung kann ein klar geregelter Weg eingeschlagen werden. Interessant ist die Betriebliche Altersvorsorge auch im Verbund weiterer Möglichkeiten, dem Arbeitnehmer steuerfreie Gehaltsbestandteile zukommen zu lassen.

Neben der Betriebsrente sind dies z.B. Zuschüsse für Kinderbetreuung, Tankgutscheine, Essenszuschüsse, Kauf von PCs über den Arbeitgeber, Steuerberaterkosten, betriebliches Gesundheitsmanagement und betriebliche Krankenversicherungen. Hier kann ich in Zusammenarbeit mit einem Steuerberater die Möglichkeiten aufzeigen.

Ralph AudörschWie sich der Chef an der Altersvorsorge beteiligen muss