Zu spät für eine Zahnversicherung

April 2014 – Manche machen sich spät auf die Suche nach einer Zusatzversicherung. Manche zu spät! Doch so manch einer versucht es dennoch. In einem konkreten Fall erfolglos. (OLG Karlsruhe, Urteil v. 07.05.2013, 12 U 153/12).

In diesem Fall versuchte ein  Mann, die Kosten in Höhe von 25.000 Euro für seine Implantate bei der erst vor kurzem abgeschlossenen Zahnzusatzversicherung geltend zu machen. Doch die Versicherung weigerte sich.

Zu Recht, entschied das OLG Karlsruhe. Begründung: Der Versicherungsfall ist bereits vor Beginn des Versicherungsschutzes eingetreten.  Die zeitliche Abfolge konnte festgestellt werden:

April/Mai 2009:  Eine Zahnärztin behandelt den Mann wegen eines akuten Eiterherdes im Oberkiefer.  Zudem überweist sie ihn an eine oralchirurgische Praxis. Keiner der vorhandenen Zähne des Mannes ist erhaltungsfähig.

Juli 2009:  Bei der beklagten Versicherung schließt der Mann eine Zahnzusatzversicherung ab, mit einer Wartezeit von acht Monaten.  

März 2010:  Die Zahnärztin informiert den Mann über die Möglichkeiten von Implantaten und die entsprechenden Kosten. Der Mann geht auf den Vorschlag ein und lässt sich die Implantante setzen. Da die acht Monate Wartezeit vorüber sind, hofft er auf die Erstattung durch die Versicherung.

Doch die Versicherung erstattet nicht. Das Oberlandesgericht Karlsruhe gibt ihr Recht. Begründung:  Eine Heilbehandlung beginnt mit der ersten ärztlichen Untersuchung, die darauf abzielt, ein Leiden zu erkennen. Dabei spiele es keine Rolle, ob mit den eigentlichen Heilmaßnahmen sofort begonnen werde oder – wie im Fall des Klägers – erst nach weiteren Untersuchungen und Diagnosen. Im Falle des Mannes begann die Heilbehandlung mit dem Entfernen des Eiter-Abszesses. Sie war aber damit nicht abgeschlossen. Schon im Mai 2009 habe der Kläger ein paradontal zerstörtes Gebiss gehabt, das die Entfernung aller Zähne notwendig machte. Das Einsetzen der Implantate war demzufolge nur die notwendige Fortsetzung der Behandlung aus dem Mai 2009. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kläger aber noch keine Zahnzusatzversicherung und deshalb auch keinen Versicherungsschutz.  

Darum:

Schließen Sie rechtzeitig eine Zahnversicherung ab. Wenn Sie nicht sicher sind, was Ihr Zahnarzt bereits festgestellt hat, fragen Sie ihn! Die Versicherungen haben unterschiedliche Antragsfragen und unterschiedliche Annahmerichtlinien. So kann es vorkommen, dass eine Gesellschaft die Übernahme des Versicherungsschutzes aufgrund der Zahnstatus ablehnt, eine andere aber ohne Einschränkungen den Vertrag zustande kommen lässt. Gerne berate ich hierzu damit Ihre Zahnversicherung auch zahlt, wenn Sie Erstattungen beantragen! Kontaktformular

Ralph AudörschZu spät für eine Zahnversicherung

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