Baupreisindex schießt durch die Decke

Ralph Audörsch Versicherung

Zum Monat Mai 2021 sind die Preise für neue Wohngebäude im Vergleich zum Vorjahr um 6,4% gestiegen. Einen so starken Anstieg hat es lange nicht gegeben. Zuletzt 2007, damals allerdings war die Mehrwertsteuererhöhung der treibende Faktor. Diesmal ist die Corona-Pandemie der Grund. Die hat dazu geführt, dass die Bautätigkeiten stark zugenommen haben. Man hatte ja Zeit, weil das gesellschaftliche Leben am Boden lag. Insbesondere Holz und Stahl wurden teurer. Die Preise für Rohbauarbeiten klettern um 7,3% innerhalb eines Jahres. Zeitweise ist es gar nicht so einfach gewesen, Baumaterial zu bekommen. Die Lieferketten waren unterbrochen. Das führte dazu, das Bauholz sogar um 28,5% teurer wurde. Da blieb der Dachdecker mit nur 8,3% Steigerung fast noch günstig und der Maurer mit 4,8% geradezu bescheiden. Soweit die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die kürzlich von der Firma Sprengnetter aufbereitet wurden. Sprengnetter ist ein führender Anbieter von Immobilienbewertungen.
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Folgen für Häuslebauer

Bei der Baufinanzierung haben wir immer größere Summen zu finanzieren, wenn der Wunsch nach dem Eigenheim erfüllt werden soll. Die Zinsen für ein Immobiliendarlehen sind weiterhin sehr günstig. So können viele Menschen momentan trotz der hohen Preise ein Darlehen bedienen. Vorsicht ist jedoch geboten: Am Ende der Zinsfestschreibung kann bei geringer Tilgung noch eine hohe Restschuld stehen, die dann mit einem höheren Zinssatz weiter getragen werden muss. Dann kann es eng werden.
Eine Finanzierung sollte daher immer bis zum Ende berechnet werden und eine Änderung der Zinsen muss einkalkuliert sein.
Folgen für die Wohngebäudeversicherung

Aber auch wer schon ein Haus besitzt, wird die Steigerung noch zu spüren bekommen. Und zwar bei seiner nächsten Beitragsrechnung. Dort wird der neue Baupreisindex einfließen. Der "Wert 1914" wird mit diesem multipliziert. Im Versicherungsvertrag wird er "gleitender Neuwertfaktor" oder "Anpassungsfaktor" genannt. Durch die Anpassung wird gewährleistet, dass der steigende Wert der Immobilie im Vertrag berücksichtigt ist. Wenn das Haus abbrennt, muss ja ein neues gebaut werden zu deutlich höheren Preisen.
Der Preis für ein Wohngebäude ist in den letzten 20 Jahren um fast 50% gestiegen!
Für Hausbesitzer und die es werden wollen
In meiner Beratung zur einer Immobilienfinanzierung können wir auch im aktuellen Umfeld eine passende Lösung finden. Oder vielleicht auch feststellen, dass Sie lieber die Finger davon lassen. Mit über 100 Bankangeboten im Vergleich kommen wir immer zu einem Ergebnis. Wenn Sie ein Haus haben, kommen Sie auf mich zu, bevor die nächste Rechnung für die Gebäudeversicherung kommt. Denn allein die Erhöhung des Beitrages aufgrund des Index führt nicht zu einem Sonderkündigungsrecht. Daher sollten wir fristgerecht nach Alternativen schauen.