Covid-19 befällt Fairr-Riester

Ralph Audörsch Altersvorsorge, Rente

Finanztip und Finanztest sahen in dem Angebot eine besonders gute Lösung, doch auch diesmal zeigt sich, dass die Tipps aus diesen Quellen mit Vorsicht zu genießen sind.
Die von der Fairr.de GmbH an die Privatbank Max Heinr. Sutor oHG vermittelten Riester-Fondssparpläne sind nach einem Bericht der Wirtschaftswoche nicht mehr in Fonds investiert. Am 12. März wurden alle Fondsanteile verkauft und in Cash umgeschichtet. Wohlgemerkt: Am 12. März, also nachdem der Crash zugeschlagen hatte, verkaufte Fairr zu Tiefpreisen.

In der derzeitigen Phase würde im Rahmen des aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Risikomanagements das Risiko minimiert, lautet die Begründung. Bislang waren nach Angaben der Wirtschaftswoche noch 20 Jahre vor Auszahlungsbeginn das Geld der Sparer zu 100 Prozent in Aktien investiert.

Schon vor Jahren hätten Verbraucherschützer Zweifel angemeldet, ob das feste Ablaufmanagement von Fairr auch in Krisenzeiten durchgehalten werden könne. Jetzt zitiert das Blatt einen der Kritiker, Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V.: „Das Risiko war absehbar und sein Eintritt nur eine Frage der Zeit. Es muss sich nun zeigen, ob die Sutor Bank für die Garantie in allen Depots geradestehen kann und wird.“

Wie schon einmal bei Union Investment wurden die Aktienfonds der Riester-Sparer zu Crash-Kursen in Rentenfonds getauscht. Wenn sich die Aktienmärkte erholen, haben sie dann daran aber keine Teilhabe mehr.

Alexander Kihm, Head of Pension Products bei Fairr hält dagegen: Sobald die Kalkulierbarkeit an den Märkten wiederhergestellt sei, Aktien weniger stark schwankten und die Zinsstruktur besser planbar sei, sollte „selbstverständlich ein Wiedereinstieg“ erfolgen.

Wann dieser Zeitpunkt aber kommen wird?
Und ob er diesen Zeitpunkt dann tatsächlich richtig erwischt und dabei weiterhin die notwendige Beitragsgarantie sicherstellen kann?
Diese Fragen bleiben für die Fairr-Kunden erstmal ohne Antwort.

Andere Riester-Lösungen sind hiervon in dieser Form nicht betroffen. Diese Nachricht trifft also nicht jeden Riestervertrag. Auch bedeutet die Handlung von Fairr nicht, dass Riestersparen grundsätzlich falsch wäre.
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