Das Baukindergeld ist da!

Ralph Audörsch Baufinanzierung

Im Koalitionsvertrag stand es bereits als Einigung, beschlossen wurde es auch und nun ist es tatsächlich soweit. Der Weg ist frei für das Baukindergeld. Seit heute, dem 18.09.2018 kann es beantragt werden.

Das Baukinder­geld ist ein staatlicher Zuschuss, der nicht zurück gezahlt wird. Der Zuschuss soll es Familien mit Kindern und Allein­erziehenden leichter machen, ein eigenes Haus oder eine Eigentums­wohnung zu finanzieren. Pro Kind erhalten Familien 12.000 Euro, ausgezahlt in 10 jährlichen Raten zu je 1.200 Euro.

Die Voraussetzungen für die Förderung

– Im Haushalt leben Kinder unter 18 Jahren für die der Antragsteller Kindergeld erhält
– Das Haushaltseinkommen beträgt maximal 90.000 Euro pro Jahr bei einem Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind.
– Frühestens am 01.01.2018 wurde der Kaufvertrag unter­zeichnet oder die Baugenehmigung erteilt.
– Der Antragsteller hat nur die eine Wohn­immobilie.

Bei einem Vorab-Check kann man prüfen, ob eine Förderung möglich ist: Check

Das Baukindergeld beantragt man erst, wenn man eingezogen ist.
Zunächst registriert man sich auf dem KfW-Zuschussportal und klickt auf „Registrierung für Neu­kunden“. Nach Abschluss der Registrierung erhält man eine E-Mail mit einem Bestätigungs­link. Danach kann der Zuschuss­antrag online gestellt werden.

Nach Absenden des Antrags wird der Zuschuss­betrag reserviert. Sofern die notwendigen Nach­weise erbracht werden, wird der Zuschuss 10 Jahre lang ausgezahlt. Sobald die Nachweise hochgeladen werden können, erhält man eine E-Mail. Das wird aber frühestens Ende März 2019 sein. Dann hat man 3 Monate Zeit, die Nachweise zu bringen.

Fragen rund ums Baukindergeld beantwortet die KfW von montags bis freitags jeweils von 8 – 19.30 Uhr unter der kostenfreien Servicenummer 0800 539 9006.

Übrigens:
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt das Baukindergeld als fehlgeleiteten Anreiz dar. Ähnlich wie die einst abgeschaffte Eigenheimzulage würde sich die Wirkung der Bauförderung eher in ländlichen oder strukturschwachen Regionen zeigen und weniger in weit mehr gefragten Ballungsgebieten. Hier ist sogar eine Verteuerung der Immobilienpreise durch die Eigenheimförderung möglich. Die Bundesregierung rechnet pro Jahr mit etwa 200.000 bis 300.000 anspruchsberechtigten Familien, die ein jährliches Fördervolumen von rund 400 Mio. Euro erhalten werden. Finanziert durch die Gemeinschaft der Steuerzahler bleibt zu hoffen, dass das Baukindergeld eine wirkliche Verbesserung der Wohnungsknappheit bewirkt.