Das Virus im Renditedreieck

Ralph Audörsch Altersvorsorge, Investment, Rente

Mein Artikel „Der DAX und das Virus“ ist bei meinen Kunden auf hohes Interesse gestoßen. Darum nehme ich dieses Thema gerne noch einmal auf. Doch ich möchte einen ausgewiesenen Experten zu Worte kommen lassen. Prof. Dr. Hartmut Walz.

Mit Hilfe des Renditedreiecks stellt er dar, wie sich der Wert von Einmal-Beiträgen, die in den Deutschen Aktienindex (DAX) investiert wurden, in verschiedenen Jahren entwickelte. Er hat sich auch die Mühe gemacht, dieses Renditedreieck auf den 07. April abzustellen, also auf „Kurz-nach-Corona-Crash“. Auch die Grafik zu rollierenden Mehrjahresrenditen ist sehr interessant. Hier ist zu sehen, welche Auswirkungen all die Kurseinbrüche hatten bei einer langfristigen Geldanlage.

Was bedeutet dies für Sie als Anleger? Sie sollten die Zahlen, welche Prof. Dr. Walz zusammengetragen hat, im Hinterkopf haben, wenn Sie „Garantie-Produkte“ für Ihren langfristigen Vermögensaufbau erwägen. Wobei langfristig als 10 Jahre und mehr definiert wird. Garantien kosten Geld und mindern somit die Rendite. Doch wären Garantieversprechen aus der Retrospektive gesehen überhaupt notwendig gewesen, wenn der Anlagezeitraum mindestens 12 Jahre war?

„Das ist doch für Ihr Alter, da muss es besonders sicher sein“ bezeichnet Walz als manipulativen Satz für den Verkauf kapitalbildender Lebens- und Rentenversicherungen, welche Beitragsgarantien oder Garantiezinsen bis zum Höchstrechnungszins (0,9% aktuell) beinhalten. Die Zinsen beziehen sich immer auf den Sparanteil einer Versicherung, also den Beitragsanteil nach Abzug der Verwaltungs-, Vertriebs- und eventuell Risikokosten. Siehe hierzu auch: Höher als die Beiträge? Kosten in Riesterrenten.

Das bedeutet natürlich nicht, dass bereits bestehende Lebens- oder Rentenversicherungen mit Garantien grundsätzlich nicht lukrativ wären. Wer zum Beispiel als Mitte Fünfzigjähriger einen älteren Vertrag mit einem Garantiezins von 3,25% oder gar 4% hat und eine Restlaufzeit von bis zu 12 Jahren, kann, sofern die Verwaltungskosten nicht zu hoch sind, diesen als gute Anlage sehen. Gerne biete ich an, bestehende Verträge zu prüfen. Auch zum Aufbau einer Altersvorsorge oder Vermögensanlage zu anderen Zielen berate ich. Hierbei besprechen wir natürlich auch kostengünstige direkte Anlagen in ETF und bei Versicherungslösungen auch Netto-Tarife, die ich vermitteln kann. Denn manche Provisions-Tarife für die Altersvorsorge sind tatsächlich teuer. Staatlich geförderte Altersvorsorge sollte dabei nicht ausgeblendet werden. Betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente oder Rürup-Rente: Für alle Formen gibt es für und wider, die es abzuwägen gilt. Anhand der persönlichen Situation und der finanziellen Ziele lässt sich immer eine passende Lösung finden. Dass jeder nur noch zu 100% in Aktienfonds investiert sein sollte, wäre ein falscher Schluss aus den Ausführungen, die sie hier finden: Externer Link.