DVAG in der Kritik- Auf der dunklen Seite der Macht?

Ralph Audörsch Versicherung

Zuerst: Wenn über den einen Finanzvertrieb geschrieben wird, so bedeutet das nicht, dass die Kritik nur ihn betrifft. Auch nicht, dass alle Vertriebler dieses oder anderer Vertriebe unseriös wären. Es bedeutet: Kunden sollten stets wachsam sein und konstruktiv kritisch hinterfragen. Unabhängig von der Visitenkarte des Vermittlers. Aktuell steht Deutschlands größter Finanzvertrieb an mehreren Stellen in der Kritik: Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) steht dabei als Stellvertreter am Pranger für ein Vertriebssystem, bei dem es Fehlanreize geben kann. Ich selbst habe in der Vergangenheit über deren komplexen Angebote berichtet, z.B. hier (Link zum Artikel "Der Garantiefonds ist tot") und auch hier (Link zum Artikel "Höher als die Beiträge")

Aktuell sieht man über DVAG auch etwas im Fernsehen. Dabei meine ich nicht die Werbung, die Jürgen Klopp für den Finanzdienstleister macht, sondern kritische Berichterstattung.
Jan Böhmermann beleuchtet das System der Gewinnung von neuen Mitarbeitern in seiner Sendung ZDF Magazin Royale. Das Video ist in diesem Beitrag verlinkt. Erkennbar ist hier ein System, bei dem es zu hohen Vertriebsdruck kommen kann und durch den es zur Vermittlung von Verträgen kommen könnte, die den Kunden nicht sehr dienlich sind. An erster Stelle stehe dann der Vertriebserfolg, welcher sich an der Höhe der Provision bemisst. Weniger amüsant berichtete dann die Sendung Frontal 21 hier (Link zur ZDF Sendung vom 16. November 2021: Die Methoden des Finanzvertriebs DVAG)."
Am 8. Dezember 2021 nimmt sich die Süddeutsche dem Thema DVAG an und moniert, dass nicht nur Provisionen der Versicherung in die Taschen des Vertriebs fließen, sondern zusätzlich auch Kickback-Zahlungen von Fondsgesellschaften. hier Link zur SZ: "Grobes Foul von Klopps Freunden".

Ohne Bezahlschranke schreibt der Versicherungsbote am 9. Dezember 2021 über die unüblichen Methoden der DVAG. hier Link: "DVAG wegen intransparenter Kickback-Zahlungen in der Kritik".
Was Sie tun sollten!
Prüfen Sie insbesondere bei lang laufenden Rentenversicherungen die Kosten. Hinweise gibt das Produktinformationsblatt (PiB). Prüfen Sie, ob Kickbacks aus Investmentfonds an die Kunden weiter gegeben werden. Prüfen sie das Fondsangebot. Können Sie Fonds wählen, die erkennbar innerhalb ihrer Gruppe gut abschneiden und können Sie auch kostengünstige Fonds wählen wie z.B. von Dimensional oder Vanguard? Werden ETFs angeboten, die ohne Managementgebühren und Kickbacks funktionieren? Überlegen Sie auch, einen provisionsfreien Tarif zu wählen, bei dem ein externes Honorar für die Vermittlung und Betreuung gezahlt wird. Das ist dann transparenter und kann deutlich günstiger sein.