Jung, berufsunfähig, ahnungslos?

Ralph Audörsch Berufsunfähigkeit

Einen spannenden Fortbildungstag erlebte ich im Congresscentrum Rosengarten in Mannheim bei der Veranstaltung „aks-tomorrow“. AKS steht für Arbeitskraftabsicherung. „Tomorrow“ bedeutet, dass es um den Blick nach vorne auf Trends und Digitalisierung geht.

Im ersten Vortrag informierte Michael Franke von der Ratingagentur Franke und Bornberg über die Entwicklung der Arbeitskraftabsicherung unter der Fragestellung „Was kommt, was bleibt und was ist davon wichtig?“ Ihm folgten weitere Fachvorträge und Workshops.

Junge Leute kennen das Risiko nicht

407.000 neue Verträge zur Arbeitskraftabsicherung wurden 2017 geschlossen. Seit dem Wegfall des gesetzlichen Schutzes bei Berufsunfähigkeit (BU) im Jahr 2001 hat die Anzahl der Verträge stark zugenommen. Doch seit 5 Jahren ist die Tendenz leicht fallend.

Diese Entwicklung ist gegenläufig zur Steigerung der Anzahl der Erwerbstätigen in den letzten Jahren und daher überraschend.

Mögliche Ursache ist das mangelnde Bewusstsein über das Risiko, also fehlende Information über die finanzielle Gefahr beim Verlust der Arbeitskraft. Insbesondere bei jüngeren Menschen. Einer Umfrage zu Folge sind über Zweidrittel der unter 33jährigen der falschen Ansicht, bei Berufsunfähigkeit gesetzlich ausreichend geschützt zu sein.

Lösung muss individuell gefunden werden

Gesundheitliche Voraussetzungen, also die Versicherbarkeit, sind eher eine kleine Hürde, zumal es zur BU Alternativen gibt in Form von Grundfähigkeiten- und Schwere Krankheiten Versicherungen oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen.

Manche schrecken vor den Beiträgen zurück für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch auch hier gibt es eine Lösung: Basis-Berufsunfähigkeitsversicherungen rücken neu in den Fokus. Sie bieten eine günstige Alternative, zumal ihre Qualität durchaus mithalten kann mit Bedingungen, die vor einigen Jahren noch als sehr umfassend galten. Ohnehin ist eine Basis-BU um ein vielfaches besser, als keine Absicherung zu haben.

Im Premium-Bereich zeichnen sich weiterhin Trends ab, vor allem bei den Klauseln, die bewirken, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits bei einer Arbeitsunfähigkeit leistet. Inzwischen gibt es auch Angebote, welche in einem Vertrag Berufsunfähigkeitsschutz und Grundfähigkeitenversicherung kombinieren.

Letztlich muss ein Interessent im Gespräch mit seinem Versicherungsmakler seine persönlichen Gefahren abschätzen und mit dessen Hilfe die Möglichkeiten mit seinem Budget und seinem Gesundheitszustand abgleichen.

Somit dürfte für fast jeden Erwerbstätigen eine gute Lösung gefunden werden. Das ist auch nötig. Den Bedarf sein Einkommen zu sichern hat jeder.