Patientenverfügung und Covid-19

Ralph Audörsch Generationenberatung

Intensivbetten sollen freigehalten werden war eine Maxime in den letzten Wochen. Menschen könnten in Lebensgefahr geraten und die Krankenhäuser bräuchten dann Kapazitäten auf den Intensivstationen. Und immer wieder wird von notwendigen Beatmungsgeräten gesprochen. Sauerstoff kann über eine Maske oder Nasensonde gegeben werden. Doch für einige Patienten verläuft die Krankheit vielleicht schwer, so dass künstlich beatmet werden muss.

Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München teilte mit, dass die durchschnittliche Beatmungsdauer ihrer im Mittel 67 Jahre alten Covid-19-Intensivpatienten bei sieben Tage liege.  

Die Tagesschau und Monitor berichten am 30. April, dass viele von intubierten Patienten sterben würden: Mehr Schaden als Nutzen?

In diesem Zusammenhang stellen sich einige die Frage, ob ihre Patientenverfügung auch für diese Situation Anwendung findet.

Manche befürchten, dass sie nicht behandelt werden würden, da sie in der Patientenverfügung festgelegt haben, dass keine künstliche Beatmung durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird.

Wer eine differenzierte Patientenverfügung aufgesetzt hat, bräuchte anlässlich der Corona-Pandemie diese nicht ergänzen. Denn bei einer Covid-19 Erkrankung handelt es sich grundsätzlich um eine heilbare Krankheit. Man befindet sich nicht unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess. Eine vorübergehende künstliche Beatmung, die auf eine Heilung abzielt, unterscheidet sich bei entsprechender Formulierung von der Situation, die in der Patientenverfügung beschrieben wird.

Notfallordner

Wer keine Patientenverfügung hat oder eine Patientenverfügung erstellt hat, die sehr allgemeine Formulierungen enthält, ohne auf konkrete Situationen abzustellen, sollte ein neues Dokument aufsetzen. Wer Bedenken hat, dass er im Zweifel während der Corona-Pandemie keine künstliche Beatmung bekommt, kann einen Absatz in der Patientenverfügung zur Klarstellung ergänzen – er sollte sich aber dazu am besten mit einem Arzt oder einem anderen Berater besprechen.

Manche Rechtsschutzversicherungen bezahlen übrigens jährlich eine Beratung bei einem Rechtsanwalt zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Hier könnte man also auf Kosten der Rechtsschutzversicherung über die Aktualität seiner Verfügung sprechen.

Wer noch bis jetzt keine Regelungen getroffen hat, kann einen anderen Weg gehen. Im Rahmen der Generationenberatung stelle ich vor, wie Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten erstellt und ein Notfallordner angelegt wird. Die Pandemie ist ein Beleg dafür, wie wichtig eine eigene Notfallplanung ist. Gerne bin ich behilflich. Sie können über das Kontaktformular direkt einen Termin buchen. Im Büro oder online.