Die Lösung? Der eine kann mit 61 in Rente, ein anderer erst mit 70.

Ralph Audörsch Altersvorsorge, Rente

Die wirtschaftsnahe Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat das von der Koalitionsregierung geplante Rentenpaket kritisiert und sieht dort die Generationen-Gerechtigkeit verletzt.

Die jüngere Generationen würde zu stark belastet. Eine Lösung müsse stattdessen eine Koppelung von Lebenserwartung und Renteneintrittsalter vorsehen.

Derselben Meinung ist Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.“Eine dauerhafte Haltelinie wie von der SPD gefordert, kann es auf Dauer nicht geben“, ist er sich sicher.
Nach einer Idee von Andrea Nahles wollen Union und SPD das Rentenniveau, also das Verhältnis von Rente zu Durchschnittseinkommen, bis 2025 auf heutigem Niveau von 48 Prozent halten. Der Beitragssatz soll von derzeit 18,6 Prozent nicht über 20 Prozent steigen. Dieses Vorhaben wird als Haltelinie bezeichnet.

Wenn man eine Gleichbehandlung der Generationen will, so die Überzeugung von Prof. Raffelhüschen, dann sei nur die Verbindung zwischen Lebenserwartung und Renteneintrittsalter der gangbare Weg. Insbesondere die 60er Jahrgänge sind zu viele und die jungen Jahrgänge sind zu wenig. Eine Gleichbehandlung der Generationen ohne Eingriff in die Lebensarbeitszeit kann nicht hergestellt werden, ist sich der Experte sicher.

CDU-Sozialpolitiker Kai Whittaker, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, weiß um die Diskussionen über das Renteneintrittsalter. Auch in der in der Union gebildeten Rentenkommission werde über einen späteren Renteneintritt gesprochen, sagte Whittaker. Aber viele Menschen könnten sich heute gar nicht vorstellen, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.

Diskussionen über eine weitere Anhebung des Renteneintrittalters seien politisch brisant. Die Debatten über das Renteneintrittsalter wären überflüssig, wenn man die Zahl der Beitragsjahre als Kriterium nehmen würde. Dabei müsse man sehen, dass der Einstieg in den Beruf ja zu höchst unterschiedlichem Alter erfolge.