Das gab es noch nie: Die Rechengröße sinkt 2022

Ralph Audörsch Versicherung

Das Bundeskabinett hat dem Entwurf für die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung für 2022 zugestimmt. Damit sinkt in der allgemeinen Rentenversicherung im Westen die Beitragsbemessungs-Grenze (BBG) in 2022. Sie beträgt statt 7.100 € monatlich dann noch 7.050 €.
Dass dieser Wert sinkt, hat es noch nie gegeben. Bislang ist die Grenze stets hoch gesetzt worden. Im Osten (neue Bundesländer) allerdings gibt es das gewohnte Bild: Die Grenze steigt. Und zwar von 6.700 Euro im Monat auf 6.750 Euro.

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2022 zugrundeliegende Lohnentwicklung im Jahr 2020 betrug im Bundesgebiet -0,15 Prozent und in den alten Bundesländern -0,34 Prozent.
Rentenbeiträge
Anders als in der Rentenversicherung gilt in der Krankenversicherung eine bundesweit einheitliche Grenze. Versicherungspflichtig sind alle Angestellten mit einem Lohn von bis zu 64.250 Euro im Jahr. Wer darüber hinaus verdient, darf sich privat versichern.

Die Beitragsbemessungsgrenze bleibt hier auch unverändert bei jährlich 58.050 Euro. (Monatlich 4.837,50 €). Lohn darüber hinaus wird nicht mehr für Krankenversicherungsbeiträge heran gezogen. Anders als in all den Vorjahren steigt für Bezieher hoher Einkommen also nicht automatisch der Beitrag durch eine Hochsetzung der Grenze.
Das bedeutet der neue Wert für die betriebliche Altersvorsorge:

2022 kann monatlich 282 € bzw. 3.384 € im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei in die Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 Einkommenssteuergesetz (EStG) eingezahlt werden. 2021 sind es monatlich 284 € bzw. 3.408 € im Jahr. Wer also den Höchstwert bislang nutzt wird diesen nicht mehr voll geltend machen können. Weitere 4% der Beitragsbemessungsgrenze können steuerfrei (aber sozialversicherungspflichtig) in die Direktversicherung eingezahlt werden. Insgesamt kann 2022 maximal 564 € monatlich steuerfrei in die Direktversicherung eingezahlt werden. Beiträge zu einer bestehenden alten "40b" Direktversicherung, welche vor 2005 begonnen hat, werden von dem Höchstbeitrag abgezogen.
Was Sie tun sollten!
Überprüfen Sie Ihre bestehende betriebliche Altersvorsorge: Nutzen Sie die Möglichkeiten der steuerlichen Förderung bereits voll aus? Erhalten Sie auf Ihre Entgeltumwandlung mindestens 15% Arbeitgeberzuschuss? Ganz wichtig: Lassen Sie sich von den ganzen Zahlen nicht verwirren. Nehmen Sie einen Fachmenschen zur Hilfe.