Wohnungsbauprämie steigt nach 25 Jahren für Bausparer

Ralph Audörsch Baufinanzierung, Bausparen

2021 steigt die Wohnungsbauprämie. Es ist die erste Erhöhung seit 1996. Auch die Einkommensgrenze für die Prämie, die 25 Jahre unverändert war, wird angehoben.

Statt 8,8% Prämie auf 512 Euro Sparbeitrag im Jahr gibt es ab nächstem Jahr 10% auf 700 Euro eigenes Geld. Das gilt für bestehende Verträge genauso, wie für Neuabschlüsse. 10% gab es schon bis 2004, doch dann wurde der Rotstift angesetzt vom Staat. Nun kehrt er zur Förderungshöhe zurück.

Die Förderung gibt es nur über einen Bausparvertrag und nur wenn dessen Guthaben tatsächlich für den Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie oder für Anteile an einer Wohnungsgenossenschaft genutzt wird. Bei anderer Nutzung wird sie auch nach Ablauf der 7-Jahres-Sperrfrist nicht ausgezahlt.

Auch zu viel verdienen darf man nicht. Bisher gilt als Grenze 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr. Wer darüber liegt, geht leer aus. Ab 2021 gilt eine neue Grenze: 35.000 Euro. Für Verheiratete das Doppelte. Sie dürfen auch die Prämie zweimal beantragen. Möglich sind hier also 140 Euro Prämie auf 1400 Euro Sparleistung bei einem zu versteuerndem Einkommen von bis zu 70.000 Euro.

Für Bausparkassen wird das ein neuer Verkaufsimpuls. Bieten sie doch aktuell keine besseren Darlehenszinsen als die Banken und während des Sparens so gut wie keinen Zins. Unter Berücksichtigung von Abschlussgebühr und laufenden Kosten rutschen manche Bausparverträge ohne staatliche Förderung in einen effektiven Minuszins. Mit der Erhöhung der Förderung und der Einkommensgrenzen kann es nun wieder sinnvoll sein, über einen Bausparvertrag Eigenkapital zu bilden. Dank der Prämie kommt es zu einem positiven Ergebnis. Eigenkapital ist eine entscheidende Grundlage für die Erfüllung des Wunsches nach einem Eigenheim.

Bei der späteren Finanzierung sollte jedoch nicht blind neben dem Guthaben auch das Bauspardarlehen genutzt werden und beim Abschluss eines Vertrages ist eine zu hohe Bausparsumme zu vermeiden. Diese kostet unnötig Abschlussgebühr und schiebt eine Zuteilung in weite Ferne. Wer sich nicht sicher ist, mittel- bis langfristig eine eigene Immobilie zu erwerben sollte ohnehin überlegen, ob andere Anlageformen eine Alternative darstellen.