Frühstartrente

Ralph Audörsch • 13. August 2026

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Frühstartrente: 10 Euro vom Staat – und was Sie daraus machen

Am 12. August 2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Frühstartrente beschlossen. Die Idee klingt bescheiden: zehn Euro monatlich vom Staat, eingezahlt in ein Depot für Ihr Kind. Doch aus wenig Geld kann über Jahrzehnte viel werden – wenn Sie die richtigen Entscheidungen treffen. Und genau daran hakt es in vielen Familien.


Was genau geplant ist

Der Bund zahlt für jedes anspruchsberechtigte Kind vom vollendeten 6. bis zum 18. Lebensjahr zehn Euro pro Monat in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot ein. Voraussetzung ist der erste Wohnsitz in Deutschland. Über zwölf Jahre summiert sich die Förderung auf 1.440 Euro. Eltern, Großeltern und Paten dürfen zusätzlich bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlen. Die Erträge bleiben bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei, ausgezahlt wird das geförderte Kapital grundsätzlich erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres.

Wichtig für Ihre Planung: Der Start erfolgt langsam. Begünstigt ist zunächst nur der Geburtsjahrgang 2020 – rückwirkend zum 1. Januar 2026. Jedes Jahr kommt ein weiterer Jahrgang der Sechsjährigen hinzu. Ältere Kinder erhalten keine staatlichen Zahlungen. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, das parlamentarische Verfahren läuft noch.


Warum 10 Euro mehr sind, als sie scheinen

Rechnen wir mit einer angenommenen Rendite von sechs Prozent im Jahr. Aus den 1.440 Euro Förderung werden bis zum 18. Geburtstag rund 2.145 Euro. Bleibt das Geld anschließend unangetastet liegen, wachsen daraus bis zum 65. Lebensjahr etwa 35.700 Euro – genug für rund 250 Euro Zusatzrente über 20 Jahre.

Der Hebel liegt jedoch bei Ihnen. Legen Eltern 40 Euro monatlich dazu, fließen 50 Euro im Monat ins Depot. Bis zur Volljährigkeit entstehen daraus rund 10.700 Euro. Wird dieses Kapital später in ein gefördertes Altersvorsorgedepot überführt und mit 150 Euro monatlich weiterbespart, sind bis zum 67. Lebensjahr über 600.000 Euro möglich. Diese Zahlen sind Modellrechnungen, keine Garantie – eine Rendite ist ausdrücklich nicht zugesichert.


Der stille Fehler: nichts tun

Eröffnen Eltern kein Depot, geht die Förderung nicht verloren. Der Bund legt das Geld kollektiv an, verwaltet von der Deutschen Bundesbank. Später kann das Kapital bis zum 25. Lebensjahr in einen eigenen zertifizierten Vertrag überführt werden.

Trotzdem ist Passivität die schlechteste Wahl. Erstens verpufft der Bildungseffekt: Ein Kind, das seinen Depotauszug nie sieht, lernt nichts über Kapitalmärkte. Zweitens können Sie ohne eigenen Vertrag nicht zuzahlen – und ohne Zuzahlung bleibt die Frühstartrente ein Tropfen auf den heißen Stein. Verbraucherschützer warnen zu Recht vor einer Zwei-Klassen-Vorsorge, weil vor allem Familien mit finanziellem Spielraum profitieren.


Was aus Beratersicht zu beachten ist

Zugelassen sind ausschließlich zertifizierte Standarddepot-Verträge mit einem Effektivkostendeckel von einem Prozent. Abschluss- und Vertriebskosten sind verboten – das Produkt ist bewusst schlicht gehalten und eine gesetzliche Beratungspflicht besteht nicht. Für Sie bedeutet das: Die Frühstartrente wird zur Holschuld. Niemand kommt auf Sie zu, Sie müssen selbst aktiv werden.

Prüfen sollten Sie außerdem, ob die Anlage im Depot Ihrem Zeithorizont entspricht, wie flexibel Zuzahlungen möglich sind und wie der Übergang in die geförderte private Altersvorsorge ab 18 gestaltet wird. Und bitte behalten Sie im Blick: Das Kapital ist bis 65 gebunden. Für Führerschein, Studium oder erste Wohnung brauchen Sie ein zweites, frei verfügbares Sparziel.

Ihre nächsten Schritte

  1. Prüfen Sie den Geburtsjahrgang Ihres Kindes. Jahrgang 2020 ist ab sofort förderberechtigt, jüngere Jahrgänge folgen.
  2. Eröffnen Sie rechtzeitig ein zertifiziertes Altersvorsorgedepot, damit die Förderung direkt individuell landet und Sie zuzahlen können. Dabei unterstützen wir sie gerne - auch ohne Abschlusskosten.
  3. Legen Sie einen realistischen Eigenbeitrag fest – 25, 50 oder 100 Euro monatlich verändern das Ergebnis erheblich.
  4. Sprechen Sie mit Großeltern und Paten. Ein Geburtstagsgeschenk ins Depot wirkt länger als jedes Spielzeug.
  5. Bauen Sie parallel eine flexible Reserve für die Ausbildungsphase auf.
  6. Zeigen Sie Ihrem Kind ab etwa zehn Jahren den Depotauszug. Finanzbildung entsteht durch Erleben.


Die Frühstartrente ist kein Wohlstandsprogramm, aber ein hervorragender Anlass, die Vorsorge Ihrer Kinder und Enkel systematisch aufzusetzen. Wer früh beginnt, kauft sich Zeit – und Zeit ist an den Kapitalmärkten der wirksamste Hebel. .

Sie möchten wissen, welcher Anbieter zu Ihrer Familie passt und wie Sie Frühstartrente, Altersvorsorgedepot und flexible Rücklage sinnvoll kombinieren? Gerne schauen wir gemeinsam auf Ihre persönliche Situation – in Ruhe, unabhängig und ohne Verkaufsdruck. Melden Sie sich einfach bei uns. Wir verhelfen Ihnen und Ihrem Kind zur Frühstartrente.


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