Das Altersvorsorgedepot von Fidelity und der FFB
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Das Altersvorsorgedepot von Fidelity und FFB
Am 1. Januar 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot. Fidelity und die Fondsdepot Bank FFB haben hierzu erste konkrete Lösungen vorgestellt – mit dem Ziel, staatlich gefördertes Sparen stärker mit den Chancen des Kapitalmarkts zu verbinden. Das Konzept setzt nicht auf eine Beitragsgarantie, sondern auf langfristigen Vermögensaufbau mit Fonds und ETFs. Das Angebot ist besonders für meine Kunden interessant, die ein FFB Depot bereits haben oder in nächster Zeit mit meiner laufenden Beratung eröffnen wollen.
Weg von der Garantie, hin zum Kapitalmarkt
Viele kennen die bisherige private Altersvorsorge vor allem über Riester-Verträge oder Rentenversicherungen. Häufig standen Garantien im Mittelpunkt: Ein bestimmter Teil der eingezahlten Beiträge sollte sicher sein. Das vermittelt Sicherheit, begrenzt aber oft auch die Anlagechancen – insbesondere bei langen Laufzeiten und niedrigen Zinsen.
Das neue Altersvorsorgedepot verfolgt einen anderen Ansatz. Das Geld soll am Kapitalmarkt angelegt werden, also beispielsweise in weltweit investierende Aktienfonds, ETFs und Anleihebausteine. Eine gesetzliche Garantiepflicht wird es nicht geben. Dafür besteht die Möglichkeit bei einigen Anbietern eine solche Garantie zu vereinbaren, und zwar 80% oder 100% der Beiträge zum Beginn der Rentenphase sicherzustellen. Die FFB wird diese Optionen nicht anbieten.
Das bedeutet konkret:
- Ihr Depotwert kann schwanken – vor allem bei einer hohen Aktienquote.
- Langfristig haben Aktien historisch bessere Renditechancen als reine Zinssparen-Produkte geboten. Eine Wertentwicklung für die Zukunft lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
- Sie tragen das Kapitalmarktrisiko selbst. Verluste in schwachen Börsenphasen sind möglich.
- Dafür wird mehr Kapital des Sparers für die Geldanlage genutzt, statt große Teile für Garantien und deren Absicherung vorzuhalten.
Gerade für Menschen mit vielen Jahren bis zum Ruhestand kann dieser Ansatz interessant sein. Denn bei 25, 30 oder mehr Jahren Anlagezeit ist der Faktor Rendite oft entscheidender als eine formale Garantie zum Rentenbeginn.
Welche Fidelity-Lösungen geplant sind
Fidelity und FFB planen zum Marktstart zunächst zwei Varianten: ein einfach gehaltenes Standarddepot und ein umfangreicheres Vorsorge Depot Plus. Weitere Lösungen mit zusätzlichen Fondsgesellschaften sowie eine individuellere Depotvariante sollen später folgen.

Beim Standarddepot soll das Geld global gestreut angelegt werden. Fidelity plant dafür unter anderem einen weltweiten Aktienbaustein, der sich an einem globalen Aktienuniversum einschließlich Schwellenländern orientiert. Ergänzt wird dieser durch einen risikoärmeren Anleihebaustein.
Der Gedanke dahinter: Solange der Ruhestand noch weit entfernt ist, kann ein großer Teil des Geldes in Aktien investiert sein. Je näher der Rentenbeginn rückt, desto stärker wird das Risiko reduziert. Fidelity plant laut Vorstellung, bereits neun bis zehn Jahre vor dem vorgesehenen Auszahlungsbeginn schrittweise aus Aktien in defensivere Anlagen umzuschichten.
Was das Plus-Depot anders macht
Das Vorsorge Depot Plus richtet sich an Sparer, die eine professionell gesteuerte Anlage mit mehreren Risikostufen wünschen. Geplant sind drei Varianten mit anfänglich 60%, 80% oder 100% Aktienanteil.
Das Management kann laut Konzept in gewissen Grenzen auf Marktentwicklungen reagieren und die Aktienquote zeitweise erhöhen oder senken. Zusätzlich soll das Depot regelmäßig wieder auf seine geplante Struktur zurückgeführt werden.
Im Plus-Depot ist außerdem ein sogenannter Core-Satellite-Ansatz vorgesehen:
- Der Kern des Portfolios soll breit und global investiert sein.
- Ergänzend können gezielte Satelliten eingesetzt werden, etwa für Regionen, Branchen oder Themen.
- Das Ziel ist nicht, kurzfristige Börsentrends zu jagen, sondern eine breite Basis mit gezielten Akzenten zu verbinden.
Auch in der Auszahlungsphase soll ein Teil des Geldes weiter am Kapitalmarkt investiert bleiben. Je nach Risikoprofil sind laut Vorstellung Aktienquoten von 20%, 30% oder 40% vorgesehen. Das kann wichtig sein, denn der Ruhestand dauert heute oft mehrere Jahrzehnte. Wer mit 67 in Rente geht, benötigt sein Vorsorgevermögen möglicherweise noch 20 Jahre oder länger.
Förderung, Flexibilität und Entnahmen
Die Förderung zum Altersvorsorgedepot habe ich hier beschrieben: Altersvorsorgedepot 2027
Beim Zugriff auf das Geld gilt: Staatliche Förderung ist an Regeln gebunden. Wer vorzeitig Geld für beliebige Zwecke entnimmt, muss nach den vorgestellten Grundsätzen mit einer Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen rechnen. Eine freie Entnahme wie bei einem normalen Wertpapierdepot ist also nicht vorgesehen.
Für bestimmte wohnwirtschaftliche Zwecke wird es eine Ausnahme geben. Für die Tilgung eines Immobiliendarlehens oder für einen notwendigen barrierefreien Umbau kann das Geld unschädlich genutzt werden.
Für wen kann das interessant sein?
Je länger der Anlagehorizont ist, desto mehr Zeit bleibt, schwache Börsenphasen auszusitzen. Um so mehr dürften sich so die Vorteile eines Altersvorsorgedepots ohne Garantien zeigen.
Interessant kann das Konzept insbesondere für:
- Berufseinsteiger und jüngere Arbeitnehmer
- Selbstständige, die ihre private Altersvorsorge systematisch aufbauen möchten.
- Anleger, die bisher noch gar nicht oder nur wenig fürs Alter sparen.
- Sparer mit ruhenden oder wenig rentablen Riester-Verträgen, die künftig einen Wechsel prüfen möchten.
- Menschen, die eine professionelle Steuerung ihrer Kapitalanlage wünschen, aber keine klassische Rentenversicherung bevorzugen.
Ein Übertrag aus einem bestehenden Riester-Vertrag wird möglich sein. Ob dieser Schritt sinnvoll ist, lässt sich aber nicht pauschal sagen. Entscheidend sind unter anderem die bisherigen Garantien, Kosten, Restlaufzeit, Förderhistorie, Auszahlungsregeln und die persönliche Risikobereitschaft. Eine bestehende Lösung sollte deshalb nicht allein wegen einer möglichen höheren Renditeerwartung vorschnell gekündigt oder übertragen werden.
Chancen nutzen, Risiken verstehen
Das Altersvorsorgedepot kann die private Vorsorge in Deutschland spürbar verändern. Es verbindet staatliche Förderung mit einer stärker kapitalmarktorientierten Geldanlage – und verzichtet dafür bewusst auf die klassische Beitragsgarantie.
Das eröffnet Chancen auf langfristig höhere Erträge. Gleichzeitig verlangt es von Sparern, die unvermeidbaren Schwankungen an den Kapitalmärkten auszuhalten und einen klaren Plan für die eigene Altersvorsorge zu haben.
Eine gute Altersvorsorge besteht selten aus nur einem Produkt. Ich unterstütze Sie gerne dabei, Ihre bestehende Vorsorge einzuordnen und zu prüfen, ob ein Altersvorsorgedepot künftig sinnvoll in Ihre persönliche Strategie passt.










